Was einem die Tabelle nicht sagt
Jede Einzelne ist ein Tropfen, zusammen sind wir ein Meer. Wir haben dieses Motto nicht einfach auf ein Whiteboard geschrieben und es vergessen, sondern die Girls haben es in jeder Phase des Turniers gelebt
Ein Tor. Ein einziges Tor hat uns vom Halbfinale getrennt, vom besten Ergebnis, das eine Aargauer U15 Girls Selektion je erreicht hätte.
Was Rangierungen nicht erzählen können
Wir haben uns resultatmässig verschlechtert – Platz 6, das ist die Zahl, die in den Tabellen stehen wird. Aber diese Zahl erzählt nicht annähernd das, was an diesem Turnier wirklich passiert ist. Sie erzählt nichts über ein sehr junges Team, das angefangen hat, ans Unmögliche zu glauben, nichts über eine Entwicklung innerhalb dieser Tage, die ich so noch nicht erlebt habe, und schon gar nichts über den Teamgeist, die Haltung und den Charakter, den diese Girls auf den Platz gebracht haben.
Ich sage es direkt: Es war das unvergleichlichste Turniererlebnis, das ich als Trainer je hatte.
Sie haben angefangen, ans Unmögliche zu glauben
Was mich am meisten bewegt hat, war der Moment – und ich kann diesen Moment tatsächlich benennen – wo ich gespürt habe, wie das Team kollektiv umgekippt ist, von „wir versuchen es" zu „wir schaffen das". Das passiert nicht einfach so und ist kein Zufall, sondern das Ergebnis von Arbeit, von gemeinsamen Werten, von Haltung – und von Athletinnen, die bereit waren, diesen Weg konsequent zu gehen und über sich hinauszuwachsen, was sie in vielerlei Hinsicht auch getan haben.
Die Rückmeldungen der anderen Coaching Staffs haben uns das eindrücklich gespiegelt und unsere Entwicklung über das Turnier hinweg hat bei Leuten Eindruck hinterlassen, die sehr viel Unihockey gesehen haben – das sagt mehr über diese Gruppe aus als jedes Resultat es je könnte.
Unser Motto – gelebt, in jeder Phase
Jede Einzelne ist ein Tropfen, zusammen sind wir ein Meer.
Wir haben dieses Motto nicht einfach auf ein Whiteboard geschrieben und es vergessen, sondern die jungen Frauen haben es in jeder Phase des Turniers gelebt – in jedem Wechsel, in jeder Drucksituation, in jedem Moment, wo es einfacher gewesen wäre, den Kopf hängen zu lassen. Stattdessen haben sie füreinander gearbeitet, füreinander gelitten und füreinander gefeiert.
Was mich aber wirklich überwältigt hat, waren die Emotionen, die sie im Umfeld ausgelöst haben – bei Eltern, bei anderen Teams, bei Zuschauenden, die diese Girls gar nicht kannten und trotzdem mitgerissen wurden, und das ist der direkte Ausdruck von echtem Teamgeist und von Werten, die spürbar sind, auch wenn man nicht auf dem Feld steht.
Was mir das einmal mehr gezeigt hat
Mit Leadership, mit dem Aufzeigen und leben von Werten und Haltung lassen sich fast alle Hindernisse aus dem Weg räumen – auch wenn man spielerisch vielleicht nicht zu den Besten gehört, vielleicht gerade dann. Ich bin mehr denn je überzeugt davon, dass man mit diesem Führungsansatz und dem Fokus auf diese Werte Unmögliches aus Menschen herausholen kann, nicht weil man ihnen sagt, was sie tun sollen, sondern weil man ihnen zeigt, wer sie sein können.
Diese Erfahrung mit den U15 Girls des AGUHV hat mir das eindrücklicher vor Augen geführt als alles, was ich in irgendwelchen Büchern je lesen könnte.
Danke
Ich bin unendlich dankbar, diese Erfahrung gemacht haben zu dürfen – diesen Girls, ihrem Mut, ihrem Herz und ihrer Bereitschaft, an etwas zu glauben, das zu Beginn vielleicht noch weit weg wirkte. Platz 6 war nie unser Ziel, aber das, was wir auf diesem Weg gelernt, erlebt und gefühlt haben, trägt uns weiter, und ich bin überzeugt davon, dass das erst der Anfang ist.
Jede Einzelne ist ein Tropfen, zusammen sind wir ein Meer – und dieses Meer wird noch grösser werden.